Ein Bastelspaß im Internet – «Star Wars uncut»

Eines Tages im Jahr 2009 fiel dem jungen amerikanischen Website-Entwickler Casey Pugh ein, eine Fan-Version des ersten StarWars-Films «Star wars: A new hope» – heute 4. Episode genannt – zusammenzubasteln. Über seine eigene Fan-Website fragte er dann andere StarWars-Begeisterte, ob sie sich bei diesem Projekt beteiligen möchten. Pugh hatte den Klassiker von George Lucas in ungefähr 15-Sekunden lange Szenen aufgeschnitten und bat seine Internetfreunde, sich eines davon vorzunehmen und mit häuslichen Mitteln und einem guten Hauch an Kreativität neu zu realisieren.

Von den unerwartet Tausenden Szenen-Vorschlägen, die von Amateur-Animatoren bei Pugh ankamen, brauchten er und sein kleines Produktionsteam rund 1000, um den kollektiven Fanfilm auszuarbeiten, den sie «Star Wars uncut: Director’s cut» nannten.

 

 

Der Film wurde 2010 im Internet veröffentlicht und war in kurzer Zeit ein Liebling unter den trendigen Video-Mashups. Nicht zuletzt wurde er von der New York Times und anderen US-amerikanischen Zeitungen als Meilenstein der kollektiven Kreativität im Internet bewertet, und später mit einem Emmy-Preis ausgezeichnet.

Über den symbolischen Wert als kollektives Web-Kunststück hinaus, hat der Film viele gute Zutaten für ein Schauvergnügen. In dieser Film-Collage reihen sich Daumenkino-Szenen aus ausgezeichneten Handzeichnungen an familiäre Theaterdarstellungen, Papierflieger-Schlachten, elektronische Raumschiffanimationen, Stop-Motion-Beiträge mit Spielzeugmännchen und andere gestalterische Produktionen mutig und harmonisch aneinander.

Heute, zwei Jahre nach dessen Veröffentlichung in YouTube (2012) hat «Star Wars uncut» zirka vier Millionen Abrufe erreicht. Die Chancen stehen aber gut, dass die Anzahl weiter steigt, zumal sich inzwischen die Nachricht verbreitet hat, dass ein neues Kapitel, das Remake der nachfolgenden Episode «Das Imperium schlägt zurück», bereits angesehen werden kann. (Hier zur Szenenauswahl).

Luc und Yoda Luc und Yoda

Die proaktiven StarWars-Fans konnten bei der gemeinschaftlichen Künstler-Erfahrung ein angenehmes Gefühl der Teilnahme und den sicher spannenden Internet-Ruhm genießen. Aber nicht nur das: Ihr Erfolg erweckte Aufmerksamkeit und Bewunderung selbst bei der weltweiten Marke Star Wars. Und diese, der Zuneigung ihrer Fans gegenüber ihren Kult-Produktionen anerkennend, wollte ihr Engagement verdeutlichen und erklärte sich schließlich bereit, für die Internetpremiere des neuen Fan-Remakes als Präsentator aufzutreten.

Aus einem Bastelspaß wurde so eine gelungene Geschichte des Teilens und Mitwirkens im Internet – Interaktion und geteilte Realitäten von Marken und Prosumers, die in den virtuellen WWW-Räumen stattfinden.

Glauben Sie vielleicht, eine gute Hand für Bastelarbeiten zu besitzen?

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